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Ingrid Noll: Ladylike
Lore und Anneliese sind mit 73 Jahren endlich mann- und kinderlos und gründen eine Frauen-WG. Und wie es bei einer WG so üblich ist, gibt es kleine Reibungspunkte und Unstimmigkeiten. Im Großen und Ganzen funktioniert das Zusammenleben aber und die beiden „Mädels“ machen sich auf, eine Reise durch Deutschland zu unternehmen…
Ich liebe und ich hasse die Bücher von Ingrid Noll. Ich liebe sie, weil nirgendwo sonst so perfekt, sarkastisch und unterhaltsam das Leben auf die Schippe genommen wird; und ich hasse sie, weil danach wieder alle anderen Bücher öde und langweilig scheinen. Außerdem verfügt die Autorin über das Talent, den Finger genau auf die Wunde zu legen, dorthin wo es richtig wehtut. Neben der Krimihandlung an der Oberfläche, beschreibt sie genau das, was Frauen am meisten fürchten: Nachlassen der Attraktivität, wegen einer anderen, jüngeren Frau verlassen zu werden, im Alter allein und krank und arm und unsichtbar zu sein. Und dann lässt sie ihre Heldinnen auf ihre eigene Art mit diesen Querelen fertig werden. Mit sarkastischem Humor schildert Ingrid Noll, wie sich die Beiden ihr Lebensglück auf gar nicht ladylike Art und Weise zurückholen. Egal ob Mord, Diebstahl oder bloße Fundunterschlagung: Jede Tat bleibt ungesühnt, denn sie könnten schmuggeln, stehlen, dealen, morden, einbrechen, erpressen und kidnappen, soviel sie wollten, keiner hätte sie je in Verdacht, denn man schaut sie seit Jahren nicht mehr an.
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Irene Rodrian Eisiges Schweigen
Eine Gruppe international renommierter Wissenschaftler trifft sich in Barcelona zu einem „Anti-Aging“Kongress. Der Shooting-Star der Szene Lidia Pastor wird dabei Opfer eines höchst perfiden Mordanschlages. Einzige Zeugin ist die gehörlose Julia, deren zuhause die Ramblas von Barcelona sind. Die Frauendetektei „Llimona 5“ schaltete sich in der Ermittlungen ein und bringen schließlich Licht in das Mordkomplott.
Endlich liegt er vor, der dritte Teil der „Llimona 5“ Reihe von Irene Rodrian. Die dienstälteste deutsche Krimiautorin zieht dabei wieder alle Register ihres Könnens. Vor dem mediterranen Flair der katalonischen Großstadt inszeniert sie eine Verwirrspiel, deren Fäden sie jedoch routiniert in der Hand behält. Wie schon in den ersten beiden Teilen der Reihe erzählt sie spannend und hält den Leser bis zum Finale in Atem.
Irene Rodian hält aber noch einen weiteren Trumpf bereit. Sie entwickelt die Lebensgeschichte ihrer Protagonistinnen weiter, was dem Leser die Möglichkeit gibt, noch größeren Anteil am Leben der fünf Frauen und ihrer Detektei zu nehmen.
„Eisiges Schweigen“ ist hervorragend dafür geeignet sich mal wieder in einen gut gemachten Krimi zu „vergraben“. Wenn sich dann schließlich die Buchdeckel schließen, dann freut sich der geneigte Leser schon auf die nächsten Abenteuer der fünf Frauen aus Barcelona. Irene Rodrian beweist einmal mehr, dass Sie nicht nur Deutschlands dienstälteste Krimiautorin ist, sondern nach wie vor eine der besten Frauen des Genres.
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Anne Chaplet: Sauberer Abgang
Die Putzfrau Dalia Sonnenschein findet beim Putzen im ihr zugeteilten Revier eine Leiche. Ihr merkwürdiges Verhalten und die Anwesenheit bei einem zweiten Leichenfund machen sie verdächtig. Zwischen den beiden Todesfällen scheint es außerdem einen Zusammenhang zu geben. Beide Männer gehörten zu einem Freundeskreis, zu dem auch Will Bastian, ein freier Lokalreporter, gehört. Dieser und die Staatsanwältin Karen Stark sind die einzigen, die einen Zusammenhang vermuten…
Anne Chaplet hat einen ganz eigenen Stil. Und was für einen! Die Handlung kommt daher wie die Bruchstücke eines Traumes, an den wir uns im wachen Zustand kaum erinnern, der aber immer wieder an die Oberfläche stößt, bis sich das Geschehen zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Das Thema des Romans ist Gott sei Dank nicht so weit hergeholt wie andere momentan aktuelle Geschichten, sondern ist klassisch und ewig gültig: das Leben, die Liebe und der Tod. Eingepackt in die Krimihandlung finden wir die Lebenswege verschiedenster Personen, mit all ihren Höhen und Tiefen, die sich hier kreuzen und einen Einschnitt erfahren. Der Roman bietet sowohl spannende Unterhaltung, als auch Anregung zum Nachdenken, denn wie sagte eine bekannte Autorin unlängst: „Der Gesellschaftsroman ist nicht tot; alles was ihn ausmacht, lebt im modernen Krimi weiter“.
HK
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