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Oberbürgermeister Erwin verbietet Eckert Lesung Auf Druck des Büros des Oberbürgermeisters hat die Düsseldorfer Stadtbibliothek eine lange geplante Lesung der Kurzgeschichte "Wege zum Ruhm" von Horst Eckert abgesagt. Darin verstrickt sich ein (fiktiver) Oberbürgermeister in eine Affäre um Bau und Betrieb einer neuen Fußballarena. Der nicht uneigennützige Rettungsversuch eines (ebenfalls fiktiven) Ratsherren führt zur Eskalation. Tatsächliche Vorkommnisse in Düsseldorf brachten Eckert auf die Idee zur Krimi-Farce. Dazu der Autor: "Ich finde, es ist ein schlechtes Zeichen für die Kultur der Landeshaupstadt, wenn der OB oder sein Büro eine Lesung verbieten, weil ihnen der Inhalt der Erzählung nicht gefällt. Der Skandal liegt nicht in der Geschichte, sondern in der Zensur durch das Rathaus."
Die Lesung war im Februar vereinbart worden, nachdem die lokale Presse bereits über den politischen Inhalt der Geschichte berichtet hatte. Erst als die Stadtbücherei die Lesereihe vorstellen wollte, in deren Rahmen "Wege zum Ruhm" geplant war, wurde das Büro des OB hellhörig und schritt ein. Eckert erklärt: "Die Lesung wird trotzdem stattfinden. Der Mitveranstalter, eine Buchhandlung, sucht nach einem neuen Ort. Wir lassen uns vom Büro des Oberbürgermeisters nicht verbieten. Es nun mal nicht Aufgabe eines Krimiautoren, das Loblied auf ein Stadtoberhaupt zu singen."
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Geradezu lächerlich wirkt das Verbot von OB Erwin in Düsseldorf. Offensichtlich wird ihm die Bürde der Macht zu schwer . Wie anders ist dieser Vorgang zu verstehen. Erinnerungen werden wach an Reinhard Junges “Das Ekel von Datteln” und die Hexenjagd, die der damalige Bürgermeister gegen den Autor los trat .Genauso wird es auch diesmal sein. Über Eckerts Geschichten wir man auch noch reden, wenn die Regentschaft des OB`s nur noch eine Randnotiz in der Düsseldorfer Stadtgeschichte ist. Denn eins scheint der OB vollkommen aus den Blickfeld verloren zu haben. Das Amt des Oberbürgermeisters hat Erwin durch die Wahl der Düsseldorfer Bürger erhalten. Die Zeit absolutistischer Stadtfürsten ist seit langem vorbei.
Aber einen erfreulichen Aspekt an der Geschichte sollte man nicht verkennen. Dank der freundlichen Unterstützung des Büros der Oberbürgermeisters, erhält die Anthologie “Blutgrätsche” aus dem grafit-verlag eine unerwartete Verkaufsunterstützung, die sich sicher schon bald für die Autoren und den Verlag positiv auswirken wird.
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