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Ingrid Noll: Ladylike
Lore und Anneliese sind mit 73 Jahren endlich mann- und kinderlos und gründen eine Frauen-WG. Und wie es bei einer WG so üblich ist, gibt es kleine Reibungspunkte und Unstimmigkeiten. Im Großen und Ganzen funktioniert das Zusammenleben aber und die beiden „Mädels“ machen sich auf, eine Reise durch Deutschland zu unternehmen…
Ich liebe und ich hasse die Bücher von Ingrid Noll. Ich liebe sie, weil nirgendwo sonst so perfekt, sarkastisch und unterhaltsam das Leben auf die Schippe genommen wird; und ich hasse sie, weil danach wieder alle anderen Bücher öde und langweilig scheinen. Außerdem verfügt die Autorin über das Talent, den Finger genau auf die Wunde zu legen, dorthin wo es richtig wehtut. Neben der Krimihandlung an der Oberfläche, beschreibt sie genau das, was Frauen am meisten fürchten: Nachlassen der Attraktivität, wegen einer anderen, jüngeren Frau verlassen zu werden, im Alter allein und krank und arm und unsichtbar zu sein. Und dann lässt sie ihre Heldinnen auf ihre eigene Art mit diesen Querelen fertig werden. Mit sarkastischem Humor schildert Ingrid Noll, wie sich die Beiden ihr Lebensglück auf gar nicht ladylike Art und Weise zurückholen. Egal ob Mord, Diebstahl oder bloße Fundunterschlagung: Jede Tat bleibt ungesühnt, denn sie könnten schmuggeln, stehlen, dealen, morden, einbrechen, erpressen und kidnappen, soviel sie wollten, keiner hätte sie je in Verdacht, denn man schaut sie seit Jahren nicht mehr an.
HK
Diogenes Verlag
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