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„Infantizid“ heißt der jetzt erschienene Politthriller des Autorenduos Grit Bode-Hoffmann und Matthias Hoffmann. Im Roman steht Deutschland am Rande des Abgrunds, denn eine Gruppe skrupelloser Verschwörer plant den gewaltsamen Umsturz des politischen Systems.
Im thüringischen Weimar wird ein brutaler Raubüberfall auf einen Geldtransporter verübt, bei dem alle Sicherheitsleute getötet werden. Der Täter kann entkommen, verursacht jedoch auf seiner Flucht einen schweren Verkehrsunfall. Als er im Sterben liegt, lässt er den ehemaligen Kriminalpolizisten Matti Klatt zu sich rufen. Er berichtet ihm von einem geheimen Projekt namens »Infantizid«. Mit dem geraubten Geld sollte Klatt bestochen werden, daran teilzunehmen. Der Ex-Polizist lässt sich auf ein gefährliches Doppelspiel ein und begibt sich mitten unter die Drahtzieher des Komplotts.
Ein Umsturz in Deutschland? Undenkbar? Im Debütroman von Grit Bode-Hoffmann und Matthias Hoffmann wird das auf 420 Seiten durchgespielt. Lange hat ein Komitee mit Unterstützung von frustrierten Militärs sich auf die Übernahme der Macht und die Uwandlung Deutschland in ein Präsidiales Gesellschaftssystem vorbereitet. Da kommt man ihnen auf die Spur und die Republik beginnt sich zu währen. Das Problem bleibt über den gesamten Roman erhalten, der Leser wird in eine ambivalente Position gegenüber den Umstürzlern gerückt. Während die Personen durch Eitelkeiten und persönliche Unzulänglichkeiten negativ gezeichnet wird, bleibt der Blick ins neue “Regieungsprogramm” unkommentiert.
Ein rasanter Thriller, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und ein wenig gruseln läßt.
Interview mit Matthias Hoffmann
Fragen an Matthias Hoffmann zu “Infantizid”
Der Literaturkaffee: „ Herr Hoffmann, wie sind Sie auf die Idee zu Infantizid gekommen?
Matthias Hoffmann: “Ich bin ja selbst früher Fallschirmjäger und beim SEK gewesen. Als dann der 11. September geschehen war, habe ich mich gefragt, was würde uns hier passieren. Da spielten dann persönliche Erfahrungen und natürlich ein gehöriges Maß an Fiktion hinein. So entstand die Idee zu „ Infantizid“.
Der Literaturkaffee: „ Glauben Sie, dass ein von Ihnen beschriebener Umsturz in Deutschland möglich ist.?“
Matthias Hoffmann: „Nach den ersten Reaktionen, die ich auf mein Buch erhielt, war ich ich überrascht. Ich glaube schon, dass es einige Leute gibt, die sich ein solches Szenario vorstellen könnten ?“
Der Literaturkaffee: „ Sie schildern den Anführer der Umstürzler sehr ambivalent. Er selbst wird als Person eher negativ gezeichnet, während dass was er als Programm eher wertungsfrei beschrieben wird.“
Matthias Hoffmann: „ Er beschreibt ein Programm, dass sich deutlich gegen die politischen Radikalen abhebt. Ich habe tatsächlich die Reaktion einer Familie erhalten, die mir mitteilten, dass sie eine solche Gesellschaftsform einmal durchdiskutiert haben.“
Auszüge aus einem Telefoninterview mit Chefredakteur Ralf Kowalewski
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