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Der Friedrich-Glauser-Preis

Der Friedrich-Glauser-Preis gilt als die renommierteste Auszeichnung im Genre, als "Oscar" des deutschsprachigen Krimis. Er ist benannt nach dem Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser, der als der Ahnherr der heimischen Krimiszene gilt. Kein anderer Preis ist so üppig dotiert, keine andere Jury arbeitet sich mit solcher Sorgfalt durch Flut an Neuerscheinungen in deutscher Sprache: rund 200 Titel jedes Jahr.

Der Friedrich-Glauser-Preis wird seit 1987 alljährlich während des "Tango Criminale", der Abschlussgala der Criminale, für den besten auf deutsch verfassten Kriminalroman verliehen. Der glückliche Autor erhält das Preisgeld branchenüblich in kleinen, gebrauchten und nicht fortlaufend nummerierten Scheinen.

Nicht selten währt die Freude nur kurz: bei der Criminale 2001 in Moosbach am Neckar nahm der aus Stuttgart angereiste Kommissar Bienzle den Preisträger noch auf der Bühne fest und beschlagnahmte den Geldkoffer. Nichts als Blüten, so der Verdacht. In München beäugten gleich fünf Fernsehkommissare die Preisverleihung und sangen anschließend ein Ständchen.

Als undotierter Ehrenpreis wird der Friedrich-Glauser-Preis zudem für ein herausragendes Lebenswerk oder besondere Verdienste um die Kriminalliteratur vergeben. Die Liste in dieser Kategorie ist voller klingender Namen: Jacques Berndorf, Fred Breinersdorfer, Doris Gercke, Peter Zeindler, Horst Bosetzky, Hansjörg Martin ...

Seit der Criminale 2002 gibt es den Preis in zwei weiteren Sparten: für das beste Romandebüt (1500 Euro) und die beste Kurzgeschichte (1000 Euro). So werden auch die Meister der kurzen Form gebührend gewürdigt und ein Licht auf die Newcomer des Genres geworfen, unter denen es jedes Jahr große Talente gibt, die es zu fördern gilt.

Zwei Jurys beurteilen die Romane bzw. Kurzgeschichten. Traditionell gehören ihnen die Vorjahrespreisträger an sowie weitere Kriminalschriftsteller, die alljährlich auf der Vollversammlung des Syndikats gewählt werden. Der Friedrich-Glauser-Preis ist also ein Autorenpreis und für jeden Ausgezeichneten ist es eine besondere Ehre, von den eigenen Kollegen als Jahresbester aufs Schild gehoben zu werden. Dies und die festliche Atmosphäre des "Tango Criminale" tragen zur Bedeutung des Preises bei.

Zugleich wird mit der Verleihung der Namenspatron der Auszeichnung geehrt. Friedrich Glauser (1896-1938) gilt als bedeutendster deutschsprachiger Kriminalschriftsteller der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Sprache und die besondere Atmosphäre seiner Romane machten den Erfinder des "Wachtmeister Studer" berühmt und zum Ahnherrn der deutschsprachigen Kriminalliteratur.

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