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Anne Chaplet, Russisch Blut
Die Tierärztin Katalina Cavic möchte eine Neuanfang auf Schloß Blanckenburg starten. Während sie versucht ihre eigene Vergangenheit zu bewältigen, muß sie feststellen, daß die Beziehungen der Schloßbewohner genauso zerrüttet sind wie das alte Gemäuer. Erst der Mord an einem bekannten Archäologen rüttelt die Schloßbewohner auf und bringt ein Geheimnis ans Licht, das seinen Ursprung in den Wirren des Zweiten Weltkriegs hat und in Katalina eigene, verschüttete Erinnerungen weckt.
Wie keine andere versteht es Anne Chaplet Atmosphäre zu kreieren und die Beziehungen von Menschen auf engstem Raum, in dörflicher Gemeinschaft ans Licht zu bringen. (Man erinnere sich nur an Klein-Roda in ihrem Roman „Schneesterben“). Hier wird man auf die Geschehnisse eingestimmt durch die Schilderung der Flucht aus Ostpreußen im Winter 1945. Auch die Hauptfigur Katalina Cavic ist ein Flüchtling. Auch sie hat nach einem Krieg die Willkür der Sieger zu spüren bekommen. Wir erfahren, was Krieg wirklich bedeutet: Verlust von Heimat, Sicherheit, Beziehungen und Kontinuität in der Geschichte.
Wie immer, wenn ein Roman wirklich gelungen ist, haben wir nicht „nur einen Krimi“, sondern ein spannendes Werk über die Dinge zu denen Menschen unter Druck fähig sind. Zum Guten oder Schlechten.
***** Piper Verlag, München 12.00 Euro
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