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BuiltWithNOF

Buch des Jahres 2005

Über das Jahr verteilt gab es für uns eine Menge guter Bücher. Ingrid Noll „Falsche Zungen“, Karr/Alberts Kettenroman „Hotel Terminus“, Reiner Sowa „ Ein Bestatter in dunkler Vergangenheit“, Rainer Kopitz „Machtrausch“, Peter Gerdes „Solo für Sopran“, Sylvia Kaffke „Totenstill“, Beate Sauer „Buchmalerin“, Jan Bergrath „Kalt Erwischt“ oder auch Horst Eckerts„ 617 Grad Celsius“. Jedes dieses Bücher war für uns ein Buch des Jahres.

Jacques Berndorf: Ein guter Mann

Der BND Mann Müller kommt einem Komplott auf die Spur. Eine „schmutzige Bombe” soll gebaut werden. Deutschland gerät in Aufruhr. Was bisher nur im  nahen Osten und den USA möglich war, soll jetzt plötzlich vor unserer  Tür geschehen?

Jacques Berndorf schildert in seinem neuen Roman eine Szenerie, die die  Ereignisse des 11. September 2001 in unsere Breiten transponiert. Beklemmend  zeichnet er dabei ein Bild, dessen Realität sich schon bald einstellen könnte.

Noch nie hat man Berndorf so erlebt. Intensiv und schnörkellos nimmt er den Leser mit  auf eine spannende Reise. Dabei lässt er die Erfahrungen und Reflektionen eines langen Lebens immer wieder einfließen. Dies geschieht niemals mit erhobenem Zeigefinger, vielmehr lässt Berndorf dem Leser viel Platz für eigene Rückschlüsse.

Darüber hinaus erschließt sich dem Leser ein Berndorf, der weit weg von der Eifeler Baumeister Romantik, emotionell, tiefsinnig und verletzlich wirkt.

“Ein guter Mann” ist ganz zweifellos der Höhepunkte des fast 70 jährigen, denn auf jeden Fall ist der neue Berndorf ein Beispiel für große deutsche Erzählkunst.

Für das nächste Jahr haben wir von Berndorf noch eine Menge zu erwarten. Der dreizehnte Eifelkrimi ist geplant und an einem neuen Roman mit BND Hintergrund recherchiert Berndorf.

Man muss das Buch gelesen haben, um zu verstehen, dass der Titel des Buches am ehesten dem Autor gebührt. Eben „Ein guter Mann“.

Heyne              € 19,80

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Jacques Berndorf: Ein guter Mann

Karl Müller ist hinter seiner unauffälligen Fassade der beste Mann beim BND. Er überwacht mit seinen Verbindungsleuten die Geschehnisse in der arabischen Welt. In seinem Privatleben sieht es nicht so gut aus. Seine Ehe ist am Ende und sein Vater liegt im Sterben.

An diesem Punkt bahnt sich auch beruflich eine Katastrophe an. Sein syrischer Kontaktmann Achmed wird plötzlich in Berlin gesehen. Gleichzeitig verschwindet bei einem Transport radioaktives Material. Alles deutet auf den Bau einer schmutzigen Bombe hin. Ansonsten tappt der BND im Dunkeln.

Schon auf den ersten Seiten erwartet uns ein Kontrastprogramm: Eingeführt werden der gewissenlose Handlanger eines Frauenschänders und ein Spion mit menschlichem Einfühlungsvermögen. Uns erwartet die ganze Bandbreite menschlichen Verhaltens. Der Autor hat eine sehr direkte Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Dabei betrachtet er die Menschen einerseits zynisch (wenn er die Ehefrau mit einer „Barbie auf Ewigkeit“ betitelt) aber dann auch wieder mit tiefem Verständnis (die Beruhigung der alten Dame im Flugzeug, die Rekrutierung des Kontaktmanns Achmed). Er entlarvt Lebenslügen und macht bei dem Vater – Sohn Konflikt deutlich, wie auch bei der jungen Männergeneration Sprachlosigkeit und Unterdrückung menschlicher Regungen vorherrscht, was dem Mann vom BND im Job natürlich zugute kommt.

Auch Politik und Kirche kommen nicht ungeschoren davon. Wenn die „Al-Kaida als übergeordnete Marke, auf die sich jeder potentielle Terrorist berufen kann“ bezeichnet wird, dann hat das durch die langjährige Arbeit des Journalisten Michael Preute alias Jacques Berndorf schon ganz besondere Qualitäten. Wer die Eifel – Krimis und „Die Raffkes“ des Autors kennt, wird überrascht sein, denn mit diesem Werk konnte er sich noch einmal steigern.

Wem dies alles zu tiefgündig erscheint, dem sei versichert , dass der Roman so ganz nebenbei auch ein unglaublich spannender Spionage Thriller ist, bei dem man sich zwingen muss Pausen einzulegen um länger etwas davon zu haben.

HK

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Heyne Verlag     Gebunden    19, 80 Euro

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