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Ein Buch für unter den Weihnachtsbaum?Auf jeden Fall. Wer Boris Akunin und seinen Protagonisten Erast Petrowitsch Fandorin bisher noch nicht kennengelernt hat, wird begeistert sein und kann dieses Buch getrost lesen. Ohne Angst zu haben, erst alle anderen Romane um Fandorin gelesen haben zu müssen. Ganz im Gegenteil! Denn auch wer die Fandorin-Romane schon kennt, wird angenehm überrascht. Schließt dieses Werk doch endlich die Lücke, die bisher wie ein großes Loch in seinem Leben klaffte und etliche Fragen offenließ.
Aber nun kurz zum Inhalt des Buches:Das Buch selbst ist in zwei Teile geteilt. Ein kleineres erstes Buch, das im vorrevolutionären Russland des Jahre 1905 spielt. Und einen dreimal so großen zweiten Teil, der 27 Jahre zuvor in Japan angesiedelt ist. Im ersten Teil gelingt es Akunin, die russissche Mentalität so wunderbar zu schildern, dass einige Szenen - trotz einer nicht abzusprechenden Tragik - fast schon humoresk erscheinen und ein wenig an die Jules Verne`sche Erzähltradition erinnern! Rußland befindet sich also mit Japan im Krieg und Fandorin`s Aufgabe ist es, Anschläge auf die für das Militär wichtige Transsibirische Eisenbahn zu verhindern. Das gelingt mehr oder weniger gut, hat er doch einen "japanischen" Gegenspieler, der fast Übermenschliches leistet. Zu guter Letzt geht er jedoch Fandorin ins Netz und damit endet der erste Teil. Der Leser bleibt ein wenig ratlos zurück, kann er sich doch die Zusammenhänge nicht vollständig erklären.....
Gut, dass es einen zweiten Teil gibt!
Im zweiten Teil des Buches wechselt nun nicht nur vollständig der Schauplatz von Europa nach Asien, sondern auch der Erzählstil. Jetzt liegt ein flotter, in modernem Stiel verfasster, historisch hervorragend recherchierter Kriminal- und Abenteuerroman vor. Zugleich mit Fandorin erfährt der Leser eine Fülle über das damalige Japan, dessen Kultur und Gefühlswelt. Samurai, Ninja und das politische Spiel um die Vorherrschaft in Japan zwischen England und Russland und dem eigenen japanischen Weg prägen den Roman und reißen Fandorin in einen wahrhaft atemberaubenden Strudel von Ereignissen. Fandorin erlebt dabei auch seine erste, tiefe und (einzige?) Liebe; findet Freunde und verliert sie wieder, begegnet aber auch seinem treuen Diener Masa. Erst zum Ende klärt sich für Fandorin und (mehr noch für den Leser) alles auf.
Ein rasanter, erzählerisch dichter, spannender Roman. Schlechtes Wetter zu Weihnachten? Das ist wirklich kein Problem mit diesem Buch......
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