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Ja, hier eine ganze Zeit relativ wenig passiert. Manchmal ist es einfach so, dass man sich nicht aufraffen kann.

Ich verspreche aber, jetzt wieder am Ball zu bleiben. 

Zunächst einmal war da das Interview mit Conny Lens. Am Tag des Beginns der Fußball-Weltmeisterschaft. Während  rund herum gefeiert wurde, sendeten wir.

Heike hatte das Ganze organisiert und ich hatte mich um Conny Lens bemüht. Alles klappte irgendwie und so waren wir wie eine kleine „literarische Insel“ im großen  „Schwarz- rot-goldenen Fußballmeer“.

Conny war klasse. Er erzählte viel über seinen Lebensweg, seine Karriere als Buch- und Drehbuchautor. Das Tollste fand ich, dass er „Benne“ sogar ein Drehbuch abnahm um es zu prüfen und ihm einige Verbesserungsvorschläge zu machen. Insgesamt war es aber die Sendung, die  wir erwartet hatten, mit einem großartigen Gast.

 

Na, und dann kam Mischa Bach. Sie hatte ihr neues Buch vorgelegt, „Stimmengewirr“ und wir freuten uns auf das Gespräch. Mischa macht schon seit langer Zeit Seminare für den OK43. Von dieser Warte aus war es eigentlich für ein Heimspiel. Wie wir hinterher erfuhren, hatte sie einen Menge Lampenfieber von dem keiner etwas bemerkte. Es wurde ein sehr entspanntes Gespräch und es wurde viel gelacht. Es gibt halt einige Autoren, bei denen die „Wohnzimmeratmosphäre“ unserer Sendung gut rüberkommt, da wir schon im Vorfeld sehr entspannt an die Geschichte heran gehen können. Mischa gehört dazu. Es war sicher eine der besten Sendungen des Jahres.

 

Ein wenig angespannter waren wir dann bei einem weiteren Highlight des Jahres.

Schon seit einiger Zeit hatten wir uns überlegt, einen Superstar der deutschen Szene einzuladen, aber so richtig rangetraut hatten wir uns nicht. Dann kam „ Der eine ist stumm, der andere ein Blinder“. Jetzt war klar, wir mussten uns um ihn bemühen. Manchmal, wenn man großen Respekt hat, verkrampft man. Dann im September kam er schließlich, Akif Pirincci. Es wurde ein sehr intensives Interview. Er erzählte sehr viel von sich, von seinem Leben, von seiner Art zu schreiben. Für uns ist eine Sendung immer dann besonders einfach und zugleich eindrucksvoll, wenn der Autor sich öffnet. Das hier war eine ganz starke Sendung.

 

Nun kam das „Mord-am-Hellweg III“ Festival. Nach der Eröffnung im Zirkus Travados in Unna folge für uns das erste Highlight. Ein Interview mit Polina Daschkowa. Daschkowa ist die große russische Krimiautorin. Gerade ist auf deutsch ihr Roman „Keiner wird weinen“ erschienen. Ein Roman der einen Einblick vermittelt in das heutige Russland. Wir unterhielten uns auf Englisch mit dieser kleinen Frau , die eine der ganz Großen ist. Wirklich beeindruckend.

 

Dann ging es für uns unter die Erde . Zur Lesung „Under Cover“ in Bergwerk Lerche in Hamm. Frank und Heike gelangen tolle Impressionen von einer Welt, die hier bei uns im Ruhrgebiet zwar jeder kennt, aber doch nur wenige je gesehen haben. So fuhren wir 1300 Meter unter die Erde um an einem Krimiprogramm der besonderen Art teilzunehmen. Man kann wirklich sagen wir haben deutschen Krimi an seinem „Tiefpunkt“  erwischt. Noch tiefer wird der deutsche Krimi garantiert nie mehr zu erfahren sein.

 

Dann ging es nach Bönen. Hier war eine der zahlreichen stillgelegten Zechen der Rahmen für „eine spanische Nacht.“ Im Mittelpunkt der von Jürgen Alberts moderierten Veranstaltung standen die beiden Autoren Nikolaus Schmid und Irene Rodrian. Für uns war das die Möglichkeit endlich zu einem Interview mit meiner Lieblings-Autorin zu kommen. Es wurde eines der spätesten Interviews in der Geschichte des „ Literaturkaffee“. Trotzdem war es toll, der großen Dame des deutschen Krimis zu reden. Sie gab uns einen tollen Einblich in ihre Karriere, ihre Bücher und Drehbücher und die Geschichte des deutschen Krimis. Untermalt wurde das Ganze von der Flamencogruppe „Gota de Fuego“, die diese ureigenste spanische Musikform eindrucksvoll zu Gehör brachten.

Pünktlich zum 70.Geburtstag von Jacques Berndorf tauchte in den letzten Tagen endlich wieder das Sendeband der Sendung vom Juni 2004 auf, dass wir alle schon für verschollen gehalten haben. Nach den vielen Begegnung die wir seit her mit ihm hatten, wird Heike nun noch einmal eine vollkommen neue Sendung zusammenschneiden , die wir schon bald über die Sender schicken werden,

Apropos Sender. Mittlerweile sind wir Bestandteil von für offenen Kanälen. Marl, Dortmund, Münster, Bielefeld und natürlich der OK43.

So richtig befriedigend ist das noch nicht. Darum arbeiten wir in den nächsten Monaten daran, den „Literaturkaffee“ endlich ins Profi-Fernsehen zu hieven.

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